Wer 20’000 bis 30’000 Franken investieren möchte, steht vor einer grundlegenden Frage: Soll das Geld an der Börse angelegt oder in eine Solaranlage investiert werden? Beide Optionen haben ihre Berechtigung, doch die konkrete Analyse zeigt, dass Solaranlagen in der Schweiz überraschend gut abschneiden. Dieser Artikel vergleicht die beiden Anlageformen anhand von Rendite, Risiko, Steuern, Liquidität und weiteren wichtigen Kriterien.

Rendite im direkten Vergleich

Der Swiss Performance Index (SPI), der breiteste Schweizer Aktienindex, hat über die letzten 20 Jahre eine durchschnittliche jährliche Rendite von etwa 6 bis 7 Prozent erzielt. Allerdings schwankt diese Rendite von Jahr zu Jahr erheblich: In guten Jahren waren es 20 Prozent Plus, in schlechten Jahren 20 Prozent Minus. Eine Solaranlage in der Schweiz erzielt dagegen eine jährliche Rendite von 6 bis 10 Prozent – und das mit minimalen Schwankungen.

Was viele Anleger nicht berücksichtigen: Die Aktienrendite muss noch um Transaktionskosten, Verwaltungsgebühren und gegebenenfalls Steuern auf Dividenden bereinigt werden. Bei Fonds fallen jährliche Gebühren von 0,5 bis 2 Prozent an, die die Nettorendite schmälern. Die Solarrendite hat dagegen nur minimale laufende Kosten und profitiert zusätzlich von einem einmaligen Steuerabzug, der bei Aktien nicht existiert.

Risikoanalyse: Volatilät vs. Stabilität

Das Risikoprofil beider Anlagen könnte unterschiedlicher nicht sein. Aktien unterliegen Marktschwankungen, geopolitischen Risiken, Branchenrisiken und Unternehmensrisiken. Der Schweizer Aktienmarkt hat in den letzten 25 Jahren mehrere Crashs erlebt: die Dotcom-Blase 2000, die Finanzkrise 2008 und den Corona-Einbruch 2020. Wer in diesen Phasen verkaufen musste, erlitt reale Verluste.

Eine Solaranlage kennt diese Volatilät nicht. Die Sonneneinstrahlung ist physikalisch bedingt sehr konstant und schwankt von Jahr zu Jahr nur um 5 bis 10 Prozent. Die Module sind auf dem Dach fest installiert und unterliegen keinem Börsencrash. Das grösste Risiko einer Solaranlage ist ein technischer Defekt, der durch Garantien und Versicherungen abgedeckt wird. Das Risikoverhältnis ist klar: Solaranlagen bieten eine vergleichbare Rendite bei deutlich geringerem Risiko.

Steuerliche Behandlung

Hier liegt einer der grössten Vorteile der Solaranlage. In der Schweiz können die gesamten Investitionskosten als energetische Sanierung vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Bei einer Investition von 25’000 Franken und einem Grenzsteuersatz von 35 Prozent ergibt das eine Steuerersparnis von 8’750 Franken. Dies entspricht einer sofortigen Rendite von 35 Prozent auf die Investition – etwas, das bei Aktien schlicht unmöglich ist.

Aktieninvestments bieten in der Schweiz zwar den Vorteil steuerfreier Kursgewinne für Privatanleger, doch Dividenden sind als Einkommen steuerpflichtig. Und es gibt keinen Steuerabzug für den Kauf von Aktien. Die steuerliche Bevorzugung der Solaranlage ist ein massiver Vorteil, der in der Renditeberechnung oft zu wenig beachtet wird.

Inflationsschutz

Aktien gelten traditionell als guter Inflationsschutz, da Unternehmen steigende Kosten an Kunden weitergeben können. Allerdings funktioniert dieser Mechanismus nicht immer und nicht in jeder Marktphase. Solaranlagen bieten einen direkteren und zuverlässigeren Inflationsschutz: Sie frieren Ihre Stromkosten ein. Während der Netzstrompreis jährlich um 2 bis 5 Prozent steigt, bleiben die Kosten Ihres Solarstroms konstant. Jede Strompreiserhöhung erhöht automatisch Ihre Ersparnis und damit Ihre Rendite.

Über 25 Jahre kann dieser Effekt enorm sein. Wenn der Strompreis von heute 30 Rappen pro kWh bei 3 Prozent jährlicher Steigerung auf über 60 Rappen steigt, verdoppelt sich der Wert Ihres selbst produzierten Solarstroms. Dieser dynamische Inflationsschutz ist bei kaum einer anderen Anlage so direkt und vorhersehbar.

Liquidität und Flexibilität

Hier haben Aktien einen klaren Vorteil. Sie können jederzeit an der Börse verkauft und in Bargeld umgewandelt werden. Eine Solaranlage ist dagegen an Ihre Immobilie gebunden und kann nicht separat verkauft werden. Wenn Sie kurzfristig Kapital benötigen, ist eine Aktienanlage flexibler.

Allerdings relativiert sich dieser Vorteil in der Praxis: Die meisten Anleger, die eine Solaranlage finanzieren können, haben auch einen Notgroschen auf dem Sparkonto. Die Solaranlage ist eine langfristige Anlage – und genau das macht sie so profitabel. Wer in Aktien investiert und bei einem Crash verkaufen muss, realisiert Verluste. Bei einer Solaranlage gibt es dieses Risiko nicht.

Diversifikation und Portfoliotheorie

Aus Sicht der modernen Portfoliotheorie ist eine Solaranlage eine hervorragende Ergänzung zu einem Aktienportfolio. Ihre Rendite korreliert nicht mit den Finanzmärkten – sie hängt von der Sonneneinstrahlung und den Strompreisen ab, nicht von Börsenkursen. Diese fehlende Korrelation macht die Solaranlage zu einem idealen Diversifikationsinstrument, das das Gesamtrisiko eines Portfolios senkt, ohne die erwartete Rendite zu vermindern.

Ein Portfolio, das neben Aktien, Obligationen und Immobilien auch eine Solaranlage umfasst, hat ein besseres Risiko-Rendite-Profil als eines ohne. Die Solaranlage liefert stabile, inflationsgeschützte Erträge in jeder Marktphase – auch dann, wenn Aktien fallen.

Konkreter 25-Jahres-Vergleich

Vergleichen wir konkret: 25’000 Franken in den SPI investiert bei 6,5 Prozent jährlicher Rendite (nach Kosten) ergeben nach 25 Jahren ein Vermögen von rund 120’000 Franken – ein Gewinn von 95’000 Franken. Dieselben 25’000 Franken in eine Solaranlage investiert bringen: 8’750 Franken Steuerersparnis, rund 43’750 Franken Eigenverbrauchsersparnis und Einspeisevergütung über 25 Jahre (bei steigenden Strompreisen) und eine Immobilienwertsteigerung von 30’000 bis 50’000 Franken. Gesamtertrag: rund 82’500 bis 102’500 Franken – vergleichbar mit Aktien, aber bei deutlich geringerem Risiko.

Berücksichtigt man zudem, dass die Aktienrendite schwanken kann und Verlustjahre den Zinseszinseffekt zerstören, während die Solarrendite stabil fliesst, ergibt sich ein differenziertes Bild: Für sicherheitsorientierte Anleger ist Solar die bessere Wahl, für risikobereite Anleger können Aktien höhere Renditen bieten – aber eben auch höhere Verluste.

Die kluge Kombination

Die beste Strategie ist oft die Kombination beider Anlageformen. Investieren Sie in eine Solaranlage als stabile Basisrendite mit Steuervorteilen und Inflationsschutz, und legen Sie darüber hinaus in breit diversifizierte ETFs an. So profitieren Sie von der Stabilität der Solarerträge und dem langfristigen Wachstumspotenzial der Aktienmärkte.

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Fazit: Solar überrascht im Vergleich

Der Vergleich zeigt: Eine Solaranlage in der Schweiz hält dem Rendite-Vergleich mit Aktien nicht nur stand, sondern übertrifft Aktien in wichtigen Kategorien wie Risiko, Steuervorteile und Inflationsschutz. Die nominale Rendite ist vergleichbar, das Risiko aber deutlich geringer. Für Schweizer Eigenheimbesitzer ist die Solaranlage daher eine der attraktivsten Investitionen überhaupt – nicht anstelle von Aktien, aber als ideale Ergänzung in einem diversifizierten Portfolio.