Die Schweiz ist ein kleines Land mit grossen regionalen Unterschieden – auch bei der Solar-Rendite. Während die grundlegenden Vorteile einer Solaranlage überall gelten, gibt es erhebliche kantonale Unterschiede bei Sonneneinstrahlung, Strompreisen, Förderprogrammen und Steuersätzen, die die Rendite um mehrere Prozentpunkte beeinflussen können. Dieser Artikel analysiert die Solar-Rendite nach Kanton und zeigt, wo sich Solar am meisten lohnt.
Die vier Rendite-Faktoren im kantonalen Vergleich
Vier Hauptfaktoren bestimmen die kantonale Solar-Rendite: die Sonneneinstrahlung, die lokalen Strompreise, kantonale Förderprogramme und der Grenzsteuersatz für den steuerlichen Abzug. Jeder dieser Faktoren variiert von Kanton zu Kanton erheblich, und erst die Kombination aller vier ergibt das vollständige Bild.
Sonneneinstrahlung: Das Wallis und Tessin vorne
Die jährliche Globalstrahlung variiert in der Schweiz erheblich. Das Wallis und das Tessin geniessen die höchste Sonneneinstrahlung mit 1’400 bis 1’600 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Das Mittelland liegt bei 1’100 bis 1’300 kWh, während die nördlicheren Kantone wie Basel, Aargau und Thurgau etwas weniger erhalten. Die Differenz zwischen dem sonnigsten und dem sonnenärmsten Kanton beträgt rund 20 bis 30 Prozent – ein signifikanter Unterschied für die jährliche Stromproduktion.
Allerdings ist die Sonneneinstrahlung nicht der einzige Faktor. Ein Kanton mit weniger Sonne, aber höheren Strompreisen und grösseren Steuervorteilen kann eine höhere Rendite bieten als ein sonnenreicher Kanton mit niedrigen Strompreisen. Die Gesamtbetrachtung ist entscheidend.
Strompreise: Grosse Unterschiede zwischen Gemeinden
Die Strompreise in der Schweiz variieren nicht nur von Kanton zu Kanton, sondern sogar von Gemeinde zu Gemeinde – teilweise um das Doppelte. Die günstigsten Gemeinden zahlen rund 18 Rappen pro Kilowattstunde, die teuersten über 40 Rappen. In Kantonen mit tendenziell hohen Strompreisen wie Basel-Stadt, Genf oder Zürich ist der Eigenverbrauch besonders wertvoll, was die Solar-Rendite steigert.
Ebenso variiert die Einspeisevergütung stark. Einige Energieversorger zahlen großzügige 15 bis 18 Rappen pro eingespeiste Kilowattstunde, während andere nur 6 bis 8 Rappen bieten. Die Kombination aus hohen Strompreisen und hoher Einspeisevergütung ergibt die attraktivste Gesamtrendite.
Kantonale Förderprogramme
Zusätzlich zur Einmalvergütung des Bundes bieten einige Kantone eigene Förderprogramme an. Der Kanton Zürich hat ein Programm zur Förderung von Solaranlagen, das zusätzliche Beiträge ermöglicht. Basel-Stadt, Thurgau und mehrere weitere Kantone haben eigene Fördertöpfe, die die Amortisation deutlich verkürzen können.
Die Förderlandschaft ändert sich regelmässig, weshalb es sich lohnt, vor der Installation die aktuellen Programme bei der kantonalen Energiefachstelle abzufragen. Informationsplattformen wie energiefranken.ch listen die aktuellen Förderprogramme nach Gemeinde auf.
Steuersatz: Der versteckte Renditetreiber
Der Grenzsteuersatz ist entscheidend für die Höhe der Steuerersparnis und damit für die Gesamtrendite. In steuergünstigen Kantonen wie Zug, Schwyz oder Nidwalden liegt der maximale Grenzsteuersatz deutlich unter dem von Zürich, Bern oder Basel-Stadt. Paradoxerweise profitieren Bewohner von Hochsteuerkantonen stärker vom Steuerabzug einer Solaranlage – in absoluten Frankenbeträgen.
Bei einer 25’000-Franken-Solaranlage beträgt die Steuerersparnis in einem Kanton mit 25 Prozent Grenzsteuersatz rund 6’250 Franken, in einem Kanton mit 40 Prozent Grenzsteuersatz dagegen 10’000 Franken – ein Unterschied von 3’750 Franken, der sich direkt auf die Rendite auswirkt.
Top-Kantone für Solar-Rendite
Wallis: Sonnenmeister der Schweiz
Das Wallis bietet die höchste Sonneneinstrahlung der Schweiz. Kombiniert mit moderaten Strompreisen und dem Steuerabzug ergibt sich eine überdurchschnittliche Rendite. Die Amortisationszeit liegt hier oft unter 8 Jahren. Besonders Anlagen in den sonnigen Tallagen wie Sitten oder Visp profitieren von bis zu 20 Prozent mehr Solarertrag als im Mittelland.
Tessin: Südschweizer Vorsprung
Das Tessin profitiert ebenfalls von überdurchschnittlicher Sonneneinstrahlung. Die Strompreise liegen im mittleren Bereich, und der Steuerabzug ist voll anwendbar. Die Kombination aus Sonne und Steuervorteilen macht das Tessin zu einem der attraktivsten Kantone für Solarinvestionen.
Zürich: Hohe Strompreise als Vorteil
Zürich hat keine überdurchschnittliche Sonneneinstrahlung, dafür aber vergleichsweise hohe Strompreise und einen hohen Grenzsteuersatz. Der hohe Wert des Eigenverbrauchs und die grosse Steuerersparnis kompensieren den geringeren Solarertrag mehr als aus. Zusätzlich bieten einige Zürcher Gemeinden attraktive Einspeisevergütungen.
Basel-Stadt: Förderung plus Steuerabzug
Basel-Stadt zeichnet sich durch hohe Strompreise, grosszügige kantonale Förderungen und einen hohen Steuersatz aus. Diese Kombination ergibt eine der besten Solar-Renditen der Schweiz, obwohl die Sonneneinstrahlung nur im Mittelfeld liegt.
Auch ländliche Kantone lohnen sich
Auch in weniger urban geprägten Kantonen kann sich eine Solaranlage sehr gut lohnen. In Kantonen wie Graubünden profitieren Höhenlagen von intensiverer Sonneneinstrahlung, die den Ertrag erhöht. Im Thurgau und in St. Gallen bieten einige Energieversorger überdurchschnittlich hohe Einspeisevergütungen. Im Aargau und in Solothurn sorgen moderate Anschaffungskosten dank guter Wettbewerbssituation unter Installateuren für attraktive Preise.
Es gibt keinen Kanton in der Schweiz, in dem sich eine Solaranlage nicht lohnt. Die Rendite variiert je nach Kanton zwischen 5 und 12 Prozent jährlich – in allen Fällen attraktiv im Vergleich zu den Alternativen.
So ermitteln Sie Ihre kantonale Solar-Rendite
Um Ihre individuelle Solar-Rendite unter Berücksichtigung aller kantonalen Faktoren zu berechnen, benötigen Sie: die lokale Sonneneinstrahlung (verfügbar über das Bundesamt für Energie), den Strompreis Ihres lokalen Energieversorgers, die Einspeisevergütung Ihres Netzbetreibers, verfügbare kantonale und kommunale Förderungen und Ihren persönlichen Grenzsteuersatz.
Alternativ nutzen Sie einen spezialisierten Solarrechner, der all diese Faktoren automatisch berücksichtigt und Ihnen eine präzise, standortspezifische Renditeprognose liefert.
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Rendite berechnen →Fazit: Solar lohnt sich überall, aber unterschiedlich stark
Die Solar-Rendite variiert von Kanton zu Kanton, doch sie ist überall in der Schweiz attraktiv. Die höchsten Renditen erzielen Kantone, die hohe Sonneneinstrahlung mit hohen Strompreisen und grosszügigen Steuersätzen kombinieren. Doch auch in weniger bevorzugten Regionen liegt die Rendite deutlich über dem, was Sparkonto oder Obligationen bieten. Eine standortspezifische Berechnung ist der Schlüssel zu einer fundierten Investitionsentscheidung.